Ecuador – Gastfreundlichkeit am Äquator

Die Grenze zu Ecuador bereit keine Probleme. Da die Grenzbeamten beider Parteien in einem binationalen Komplex untergebracht sind, verlaufen die Grenzformalitäten schnell und reibungslos.
Nach Abschluss des Grenzprozesses verlassen wir den Grenzübergang und passieren die Polizeikontrolle am Ausgang, normalerweise werden hier alle Dokumente und Stempel kontrolliert, also kurbeln wir die Fenster runter, werden aber nur komisch angeschaut. Sekunden später verstehen wir die Blicke.
Es handelt sich um eine Desinfektionsdusche fürs Auto, die bei uns auch den Innenraum erreicht.

Das sechste Land auf unserer Reise

Direkt hinter der Grenze beginnen Bananenplantagen die Landschaft zu säumen. Wir teilen uns die Straße mit unzähligen Chiquita-Kühllastern. Als Stellplatz gönnen wir uns heute ein Hotel, das auch die Übernachtung im Auto gestattet. Nach einigen Verhandlungen dürfen wir den Pool benutzen und bekommen Abendessen und Frühstück für 30 Dollar. Wir sind die einzigen Gäste und genießen den Luxus des Pools. Abends fängt es an zu Regnen und wir sind froh die überdachten Sitzplätze nutzen zu können.

Zum Frühstück gibt es Patacon (Kochbananen) mit Rührei und nachdem wir den Vormittag noch im Pool verbringen, machen wir uns auf den Weg nach Norden. Neben dem Anbau von Bananen ist Ecuador auch für den Kakaoanbau bekannt. An einem Straßenstand kaufen wir Schokolade die als handgemacht und 100% organico bepriesen ist. Unterschieden wird zwischen dulce (süß) und amarga (bitter). Wir probieren beide. Während die Süße schon sehr herb ist, ist die Bittere für uns ungenießbar. Der Verzehr bitteren Schokolade wirkt bei mir noch 2 Tage nach.

Über die perfekt ausgebaute Panamericana, Ecuador hat bisher die mit Abstand besten Straßen, fahren wir in Richtung des Cotopaxi-Nationalparks. Zuvor übernachten wir in einem Dorf nahe Pujili am Dorfplatz, der auch einen Bolzplatz hat.
Beeke, die schon seit Monaten auf Fussballentzug ist, beginnt mit den Kindern Fußball zu spielen. Später spielen wir noch Volleyball und packen unsere Frisbee aus. Die Vertständigung gelingt mit den Kindern besser als mit den Erwachsenen. Wir werden gefragt wie viel Fußbälle wir zuhause haben und wundern uns aber über diese merkwürdige Frage. Wir merken, dass sie gerne unseren Ball behalten möchten und schenken ihnen unseren Volleyball.
Am nächsten morgen zeigt uns Eduardos Vater das Dorf und wir machen uns auf den Weg zum Cotopaxi.

Fußballspielen am Dorfplatz

Der Cotopaxi ist einer der höchsten aktiven Vulkane der Welt und überragt mit seinen 5897 m die Landschaft. Leider ist er bei unserer Ankunft vollkommen in den Wolken verschwunden. Wir übernachten auf dem Campingplatz des Nationalparks und sind bis auf ein anderes Zelt wieder einmal die einzigen. Die Gruppe mit Zelt bricht ihren Aufenthalt allerdings schon am späten Abend ab, als die Temperaturen unter 5 Grad sinken. Schon vor Sonnenaufgang stehen wir auf und bereiten uns für eine Wanderung im Nationalpark vor. Beim ersten Blick in den Himmel sind wir enttäuscht, denn es sieht wieder einmal sehr bewölkt aus. Als wir aber starten ragt der wunderchöne Vulkan in einen wolkenfreien Himmel. Bis er sich nach der dreistündigen Wanderung um eine Lagune wieder in Wolken hüllt.

Quito, die Hauptstadt Ecuadors, liegt auf 2800 m und kann mit einer schönen Innenstadt überzeugen. Im Gegensatz zu anderen südamerikanischen Großstädten hinterlässt sie allerdings keinen allzu bleibenden Eindruck. Wir besuchen ein Geschäft für sogenannten Panama-Hüte, die aber ursprünglich aus Ecuador stammen. Der nette Verkäufer erklärt uns die verschiedenen Hüte, die je nach Faserstärke bis zu 28.000 € kosten können. Die günstigen bekommt man für etwa 200 €.


Kurz nach Quito überqueren wir den Äquator. Es gibt ein kleines Museum in dem eine Sonnenuhr genau auf den Äqutor gebaut wurde. Der Äquator wurde bereits vor einigen Jahrhunderten von den Inka exakt bemessen. Sie konnten aufgrund der markanten Berge die Sonnenwende am 21.6 und 21.12 genau beobachten. Nach der informativen Führung, unterhalten wir uns mit Manuel über unsere Reise und er lädt uns ein, bei ihm im Garten zu übernachten und gemeinsam Abend zu essen. Da er noch arbeiten muss verabreden wir uns bei ihm und fahren in die nächste Stadt um für das Abendessen einzukaufen. Manuel wohnt mit seiner Freundin Selena in ihrem gerade erst fertig gewordenen selbstgebauten Haus. In der eher spartanischen Einrichtung sticht der professionelle Pizzaofen heraus. Es wird eine sehr lustiger Abend, wir erfahren viel über das Leben in Ecuador und essen die beste selbstgemachte Pizza die wir bisher gegessen haben.

Nach einem gemeinsamen Frühstück machen wir uns auf den Weg an die kolumbianische Grenze. Bemerkenswert sind hier die Spuren, die die venezolanische Flüchtlingsbewegung hinterlassen hat. Es stehen sehr viele große Zelte, UN-Container und Wartebereiche zur Verfügung, die aber zum Zeitpunkt unserer Anwesenheit weitestgehend leer standen. Mehr als sechs Millionen Venezolaner haben bereits ihre Heimat verlassen, sie fliehen vor der unglaublichen Misswirtschaft, der Gewalt und der Perspektivlosigkeit im Land.

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