Zwischen Stränden und Vulkanen

Von Puerto Montt fahren wir Richtung Süden auf die Insel Chiloé, neben Feuerland die zweitgrößte Insel Chiles. Nach den dicht bewachsenen Wäldern an der Seite der Carreterra Austral, begrüßt uns die Insel mit sanften Hügeln, weitläufigen Wiesen und kleinen Wäldern. Wir finden ein Stellplatz am Pazifik, den wir uns mit freilaufenden Rindern teilen. Diese umkreisen erst misstrauisch unseren Bulli bis sie sich wieder dem Verzehr der Algen am Strand widmen. Am Nachmittag frischt der Wind auf und ich kite das Erste mal auf dem Pazifik.

Der Besuch der Hauptstadt Castro wird von dem Ausscheiden des BVB auf St. Pauli überschattet. Durch die hervorragende Netzabdeckung in Chile ist die Übertragungsqualität besser als im heimischen WLAN. Castro selbst ist eine belebte Kleinstadt die durch die Hanglage am Pazifikfjord ihren eigen Charme hat. Über eine Küstenroute die an vielen alten Holzkirchen der Inselgemeinden vorbeiführt fahren wir wieder in den Norden und probieren das traditionelle Inselgericht Curanto.

Curanto – das traditionelle Essen auf Chiloé
Normalerweise einem großen Erdloch zubereitet, unter der Woche aber nur aus dem Kochtopf zu bekommen.

Nach der halbstündigen Überfahrt zurück aufs Festland befahren wir zum ersten Mal die „Panamericana“ die in Chile als Ruta 5 von Puerto Montt bis an die peruanische Grenze im Norden reicht. Bei Puerto Varas biegen wir rechts ab und fahren zum Fuße des Vulkans Osorno. Über eine steile Serpentinenstraße geht es hinauf zur Talstation des Skigebiets am Osorno. Leider versperren die Wolken eine freie Sicht auf den Vulkan, aber allein der Blick auf den 1200 m tiefer liegenden Lago Llanquihue ist atemberaubend. Über die Panamericana fahren wir weiter nach Villarica, das kleine Touristenstädtchen ist Heimat für viele deutsche Auswanderer, so gibt es neben vielen Cafés mit Kuchen auch die Bäckerei „Rostock“, die immerhin noch so etwas ähnliches wie deutsches Brot im Angebot hat. 40 km weiter östlich liegt Pucon, das touristische Zentrum der Region. Da die Timeslots für die angrenzenden Nationalparks ausgebucht sind, verbringen wir einen Strandtag am schwarzen Strand des Lago Villarica. Infrastrukturell besteht kaum ein Unterscheid zu einem Mittelmeerstrandort in der Hauptsaison – nur das Panorma mit dem beeindruckenden Vulkan Pucon im Hintergrund ist einmalig.

Im Nationalpark Cullianghue, 2 Stunden nördlich von Pucon, schaffen wir es, einen Timeslot für den Eintritt zu ergattern und wandern durch dichte Wälder und über kahle Bergkämme. Es ist immer wieder unbeschreiblich welche wunderschönen und verlassenen Orte uns begegnen.

Wir übernachten im Nationalpark und starten am nächsten Morgen früh auf den Weg auf die Panamericana Richtung Norden. Die Ruta 5 ist eine vierspurige Autobahn und kaum von einer in Deutschland zu unterscheiden. Lediglich die unzähligen Straßenimbisse und kleinen Ausfahrten lassen einen Unterschied erkennen. Vorbei an Obst- und Gemüseplantagen erreichen wir die Pazifikküste. Nach einem leckeren Risotto Marisco im Strandrestaurant suchen wir uns einen Stellplatz am Strand und genießen den Sonnenuntergang. Wir beschließen ein paar Tage auf der Küstenstraße zu bleiben und die schönen Strände und kleinen Küstenorte zu besichtigen. In Pellehue kaufen wir einen fangfrischen „Reineta“. Mit dessen Übersetzung „Königsbrasse“ können wir allerdings genauso wenig anfangen wie mit dem spanischen Original. Fertig filitiert und gegrillt ist er allerdings sehr lecker! Unseren Stellplatz am Strand können wir wieder nur durch Absenkung des Luftdrucks erreichen, ein bisschen neidisch schauen wir auf die „Angeber“ die mit Allrad am Strand auf- und abfahren können. Aber tauschen wollen wir auch nicht, wir können immerhin bleiben und haben am Abend den Strand für uns allein.

Stellplatz am Strand
Grillmaster im Sonnenuntergang (dafür macht Beeke immer das Feuer an)

Langsam stoßen wir in die Weinregionen Chiles vor, auch hier rächt sich unser spontaner Reisestil, ausführliche Proben und Besichtigungen sind bis auf 10 Tage im Vorraus ausgebucht. Wir können uns aber trotzdem auf dem Weingut Miguel Torres umschauen und im Laden unsere bisher teuerste Flasche kaufen. Probiert haben wir sie allerdings noch nicht. Weiter geht es nach Santiago wo wir uns einige Tage ins Großstadtleben stürzen.

Ein Kommentar zu “Zwischen Stränden und Vulkanen

  1. Ist ja wie im Schlaraffenland. Da fliegen Euch die Fische und die vielen anderen reichhaltigen Köstlichkeiten nur so vom Grill oder Tisch in den Mund. Ich wünsche Euch weiterhin eine stabile Gesundheit und einen guten Appetit.

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