Durch das Hinterland ans Meer

Nachdem wir den Bulli abgeholt haben, sind wir in Richtung der uruguayischen Grenze gefahren. In Concordia auf der argentinischen Grenzseite haben wir den für die Grenzüberquerung notwendigen PCR-Test gemacht. Der Test lief erstaunlich reibungslos und schnell ab. Schon vier Stunden später hatten wir das Testergebnis und konnten die Grenze überqueren. Das Prozedere hat ungefähr eine Stunde gedauert und beinhaltete auch einen Blick des Zollbeamten ins Auto. Dabei ist er zum Glück nicht auf unsere „Schmuggelware“, also unsere Tomaten, Milch und Käse aufmerksam geworden, so dass wir passieren durften.

Von Salto aus nahmen wir Kurs auf die Ostküste. Das hieß, dass wir das gesamte uruguayische Hinterland durchqueren mussten. Es war schon sehr beeindruckend diese Weite zu sehen. An einigen Stellen versperrte einem kaum ein Baum die Sicht auf den Horizont, der wie auf dem Meer vor uns ausgebreitet schien. In der Weite: vor allem Kühe. Es heißt, dass jede Kuh ungefähr zwei Fußballfelder Platz zum Grasen hätte, uns kam es eher so vor, als wäre es noch mehr.

Kühe unter Palmen
Unendliche Weite

Neben den Kühen sahen wir auch Nandus, einige Gauchos auf ihren Pferden, Flamingos und viele andere exotische Vögel, die wir leider noch nicht zuordnen können.

Es war unglaublich heiß, so dass wir beschlossen bis spät in den Abend hinein zu fahren. So kamen wir in den Genuss eines wunderschönen Sonnenuntergangs. Um ungefähr 0:30 Uhr suchten wir uns in einer kleinen Schotterpiste abseits der Hauptstraße einen Platz zum schlafen, den wir durch das einschalten unseres Parklichts kenntlich machten. Eine halbe Stunde später wurden wir von einem Klopfen an der Tür wach. Zwei uniformierte Polizisten standen vor uns. Sie wiesen uns darauf hin, dass unser Licht noch an sei, und unsere Batterie am nächsten morgen leer sein könnte, wenn wir es nicht ausmachen würden. Wir folgten der Anweisung und verabschiedeten uns nett. Als wir dem Auto hinterhersahen, erblickten wir genau ein funktionierendes Rücklicht.

Am nächsten morgen, der Bulli startete dank des hilfreichen Hinweis der Polizisten wie am ersten Tag, fuhren wir endlich zum Meer. Dabei durchquerten wir auch die Stadt Chuy, deren Hauptstraße Brasilien von Uruguay trennt. So waren wir sogar kurzzeitig in Brasilien.

An der Küste fanden wir in den letzten Tagen viele sehr coole Stellplätze. Ein Highlight war unsere erste Befahrung des Strandes mit dem Bulli. Die vielen kleinen Örtchen, die sich direkt am Meer befinden atmen alle einen coolen Surf-Flair und eine sehr entspannte Atmosphäre. Weil der Wind meistens leider nicht ganz so mitgespielt hat, wie wir uns das vorgestellt haben, konnten wir unsere Kites noch nicht so oft auspacken wie gehofft. Unsere Premiere im südamerikanischen Wasser haben wir jetzt aber, ganz zu unserer Freude, doch hinter uns.

Moritz vor La Paloma

Gestern wurden wir beim Wäsche waschen von einer Frau angesprochen, die wohl aus der Nähe Montevideos kommt und mit Kind und Eltern spazieren fährt. Die Familie war total nett und hat mit Händen und Füßen sehr viel mit uns gesprochen, wir haben probiert so gut es geht zu antworten. Sie haben sich sehr gefreut, dass wir aus Deutschland kommen und haben uns vom Opa selbstgemachte Kühlschrankmagneten geschenkt (5 Stück!), die nun bei uns ihre Aufgabe erfüllen. Zum Abschied, die Familie saß schon im Auto, stieg die Oma noch einmal aus, um uns eine angebrochene Packung Taschentücher zu schenken. Wir haben uns sehr bedankt, wissen aber nicht genau, was das zu bedeuten hat.

Uruguay gefällt uns auf jeden Fall sehr gut, die Landschaft ist toll und abwechslungsreich und die Menschen sind total (gast-)freundlich und interessiert. Wir fahren nun weiter die Küste entlang in Richtung Montevideo. Um wieder nach Argentinien zu gelangen möchten, wir mit der Fähre von Colonia del Sacramento übersetzen.

Strandspaziergang in Richtung Punta del Diablo

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