Verschiffung nach Zarate

Nach einer Woche Buenos Aires und sehr vielen schönen Eindrücken in dieser riesigen und beeindruckenden Stadt, fieberten wir der Ankunft unseres Bullis entgegen. Die planmäßige Ankunft verschob sich von Sonntagabend auf Montag bis das Schiff am Dienstag den Hafen von Zarate erreicht. Unser Agent Pablo erklärte uns bei unserem Treffen die aufwändigen argentinischen Zollprozedur, die die Bearbeitung der Unterlagen erst zuließ wenn das Schiff vollständig entladen war. Wir verabredeten uns zu Mittwoch am Terminal in Zarate.

Zugfahrt nach Campana

Die rund 100km Entfernung zwischen Buenos Aires und der 100.000 Einwohner Stadt Zarate wollten wir mit dem Zug hinter uns bringen. Auf einem Ausflug in den kleinen Ort Tigre im Westen von Buenos Aires waren wir sehr über die modernen und pünktlichen Züge überrascht.

Die Zugfahrt diesmal erwies als die abenteuerlichste die wir bisher erlebt haben. Beim Umstieg auf der Hälfte der Strecke prallten nun zwei Welten aufeinander. Von einer modernen S-Bahn wechselten wir auf eine alte Diesellok mit zwei rostigen Waggons. Zusammen mit ca 10 anderen Reisenden und zwei bewaffneten Sicherheitsmännern nahmen wir auf klapprigen Sitzen platz. Da keine Klimaanlage vorhanden war, behalf man sich durch die Öffnung aller Fenster – und Türen. Es war schon ein interessantes Gefühl mit einem über 100 km/h schnellen Zug mit offenen Türen zu sitzen. Diese wurden nur zur Durchfahrt eines Slums geschlossen allerdings danach sofort wieder geöffnet.

Da Zarate so gut wie keine Unterkunftmölichkeit bot, buchten wir ein Hotel im 12km entfernten Campana. Die Stadt machte im ersten Moment einen verschlafenen und leicht unheimlichen Eindruck. Wir verbrachten allerdings zwei wunderschöne Abende im bunten Stadttreiben und wurden auch in der Einkaufsstraße fündig.

Mittlerweile hatte sich unser Abholtermin von Mittwoch auf Freitag verschoben. Die 15-minütige Fahrt nach Zarate wollten wir wieder mit dem Zug überwinden. Pünktlich standen wir Freitag gegen 8 Uhr am Bahnhof, der Zug allerdings nicht. Auf Nachfrage, wann der Zug denn kommen würde, erklärte man uns es könne sich um ein Zeitfenster zwischen 45 und 90 Minuten handeln. Um unseren 10 Uhr Termin einzuhalten war dies allerdings zu knapp. Aufgrund fehlender Taxi Infrastruktur versuchten wir ein UBER zu bekommen, nur leider lies sich auch da kein Fahrer finden. Mittlerweile hatte sich eine ganze Traube von ca. 8 Personen um uns geschart und redete auf uns ein. Dabei kamen wir mit unseren Spanischkenntnissen ganz schön ans Limit. Schließlich zauberte ein Sicherheitsmann des Bahnhofs eine Fahrdienst-Karte hervor. Er bestellte uns ein Auto, dass uns nach Zarate bringen sollte. Die Hilfsbereitschaft dieses Mannes rettete uns in diesem Moment.

Heilfroh kamen wir dann doch noch pünktlich um 10 Uhr am Terminal in Zarate an. Der Hafen erwies sich als deutlich größer als ich ihn mir vorgestellt hatte. Er ist sowohl Verladehafen für Volkswagen Argentina und Toyota Argentinia und dementsprechend wurden im Minuten Takt neue Autos angeliefert.
Wir wurden zuerst von Sicherheitsmännern zur obligatorischen Körpertemperaturmessung begleitet.


– Corona Maßnahmen werden in Argentinien sehr ernst genommen, kaum ein Geschäft in dem nicht drauf geachtet wird, dass die Hände ordentlich desinfiziert werden und Fieber gemessen wird-


Danach nahmen wir im Warteraum Platz. Wir hatten von Pablo einen Zettel mit Anweisungen bekommen, die vornehmlich darin bestand auf seinen Mitarbeiter Francisco zu warten und kein Geld zu bezahlen.
Nach zwei Stunden kam endlich Francisco, oder besser gesagt ein Freund von Ihm. Er nahm unsere Papiere an sich und bat uns um
15 Uhr wiederzukommen. In der Zeit sollte unser Bulli vom Zoll gescannt werden. Dies dauerte allerdings wieder zwei Stunden länger als geplant. Um 17 Uhr kam er wieder und wir wurden auf das Hafengelände gelassen. Kurz zuvor hatten wir Ludwig kennengelernt, der ebenfalls sein Wohnmobil nach Zarate verschifft hatte. Gemeinsam mit Ihm wurden wir zu einem Büro gebracht in dem wir die Bestätigung über die temporäre einfuhr eines Touristenfahrzeuges bekamen. Zusammen mit dem umgebauten 4×4 Feuerwehrfahrzeug verließen wir gegen 18:00 das Hafengelände.

Der Bulli befand sich im einwandfreien Zustand. Lediglich der Verlust von etwas Sportkleidung konnten wir feststellen. Ärgerlich, aber durchaus verschmerzbar.

2 Kommentare zu „Verschiffung nach Zarate

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