Small Bulli am Big Apple

In der Nacht vom 03. auf den 04. September, 12 Tage nachdem wir von Port Angeles an der Westküste aufgebrochen sind, erreichen wir New York City. Unser Weg führt uns direkt an den Times Square, wo wir, nach einer halben Stunde im Stau vor der berühmten Kreuzung, unseren Bulli vor den bunten Reklametafeln aufnehmen können. Wir fahren anschließend zu einer Querstraße vom Central Park, wo wir von Nobelapartments umgeben (hier wohnen auch Serena van der Woodsen und Blair Waldorf) einen guten Stellplatz für die kommenden Nächte finden. Hier werden wir sogar am folgenden Tag von einem Passanten willkommen geheißen: „Welcome to the neighborhood“.

Bulli am Times Square.

Weil wir nun in der Stadt sind die niemals schläft machen wir uns auf zur U-Bahn und fahren Richtung Downtown. Es ist kurz vor zwei Uhr in der Nacht als wir an der Grand Central Station aussteigen und durch die Straßen schlendern. Im Theater District rund um den Times Square tobt das Leben und man merkt der Stadt die späte Stunde tatsächlich nicht an. Über den Broadway und die 7th Street gehen wir zurück zum Central Park und auf der 5th Street Block für Block zurück zu unserem Auto.

Am folgenden Tag leihen wir uns City Bikes, mit denen wir zunächst am Hudson River entlang fahren. Uns gefallen die Parkstreifen, die zwischen der Straße und dem Flussufer liegen und die vielen öffentlichen und hoch frequentierten Sportplätze. Am Ground Zero legen wir eine Pause ein und besichtigen das eindrückliche Denkmal, das an diesem Ort geschaffen wurde. Irritierend finden wir die vielen Touristen, die sich mit breitem Grinsen und unzählbaren unterschiedlichen Posen für Erinnerungsfotos direkt am Ort des Gedenkens in Stellung bringen.

Unsere Fahrradtour führt uns am Rathaus der Stadt vorbei über die Brooklyn Bridge auf die andere Seite des East River. Neben vielen kleinen süßen Läden gibt es unter der Manhattan Bridge einen kleinen Flohmarkt, auf dem wir sogar fündig werden. Wir fahren und laufen am Ufer weiter Richtung Norden und landen im kleinen Domino Park in Williamsburg, wo wir die tolle Kulisse Manhattans genießen und uns von der Hitze des Tages erholen. Mit der Fähre und dem Rad machen wir uns auf den Weg zurück zum Bulli und genießen die entspannte Atmosphäre der vielen Restaurants und Bars in der 1st und 2nd Street, die sich langsam füllen.

Insgesamt stellen wir fest, dass New York sicher deutlich mehr Spaß macht, wenn man mehr Geld zur Verfügung hat. Der Eintritt zu jeglichen Attraktionen ist ziemlich kostspielig und auch die Preise in den Restaurants haben sich gewaschen. Wir beschränken uns also größtenteils auch an den Tagen darauf zu Fuß und mit der U-Bahn die Umgebung zu erkunden und entdecken Harlem, den Central Park und einen großen Teil von Midtown. Außerdem fahren wir mit der Fähre nach Staten Island. Diesen Ausflug unternehmen wir in erster Linie deshalb, weil die Fähre an der Freiheitsstatue vorbeifährt. Wir erwischen nach der schweren Hitze, die über der Stadt liegt auch einen kompletten Regentag, den wir im Museum of Natural History und einer Sportsbar verbringen.

Besonders schön ist es dann noch Sophie, eine Freundin von mir, die mit mir in Rostock studiert hat, zu treffen und nach elf Monaten das erste Mal wieder zu sehen. Von hier aus fängt ihre große Reise an, sie plant ebenfalls für ungefähr zehn Monate unterwegs zu sein.

Bevor Moritz und ich die größte Stadt Amerikas wieder verlassen fahren wir nach Queens, um im Baseball-Stadion der New York Mets ein MLS Spiel des New York City FC anzusehen. Wir parken zwei Kilometer vom Stadion entfernt und laufen durch das Viertel zum Stadion. Wir fühlen uns nach Lateinamerika zurückversetzt: Alles ist voller spanischer Texte. Die Restaurants haben wieder „Pollo al horno“ (gekochtes Hühnchen) im Angebot und es läuft spanische Musik durch große Lautsprecher auf den Stufen vor den kleinen Krimskrams-Läden. Im Stadion ist dann „Noche Latina“ und die Stadiondurchsagen werden auf englisch und auf spanisch gemacht. Die Stimmung ist für das nur spärlich gefüllte Stadion gut und wir sehen ein unterhaltsames Fußballspiel.

Unser erster Stopp nördlich von New York City ist Hampton Beach, schon nördlich von Boston. Wir hätten auch nichts dagegen gehabt für diese schöne Region mehr Zeit zu haben, das war aber bei dem von uns gesteckten Rahmen leider nicht möglich. Wir verbringen schöne Abende in den kleinen Städtchen Portsmouth und Belfast, essen leckeres Eis und guten Salat und laufen durch die kleinen belebten Straßen der Orte. Diese Region gehört mit zu den Orten an die ich sehr gerne nochmal wiederkommen möchte (da haben sich allerdings schon einige angesammelt).

In einem der vielen Outlet-Center freuen wir uns über die guten Angebote und sahnen Schnäppchen ab, bevor wir auf einer Seeterrasse ein Hummer Sandwich verspeisen. Im Acadia National Park machen wir eine kurze Wanderung entlang der beeindruckenden wilden Küste bevor wir am 10. September über die Grenze nach Kanada fahren – die letzte Grenze unserer Reise.

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